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Der Geburtsort Berlin hat Regina Gebhard  vielfältig geprägt. In Moabit 1928 geboren, aufgewachsen in Karlshorst, studierte sie in Weissensee und lebte seit ihrer Heirat 1953 mit dem Grafiker und Bauhausschüler Max Gebhard in Friedrichshain.. 1947 bewarb sie sich an der Hochschule für angewandte Kunst in Weissensee. Von der Fachklasse für Mode wechselte sie zur Freien Graphik, die von Ernst Rudolf Vogenauer geleitet wurde,einem begnadeten Grafiker, der die Studenten in das wiedererstehende Kunstleben der ungeteilten Stadt einführte. Die Ausstellungen der modernen Kunst in Westberlin faszinierten sie sehr. Zum Unterricht gehörten die Techniken des Holzschnittes, der Lithografie, der Radierung.  Techniken, die die eigene Phantasie entwickelten.

 In ihrer beruflichen Tätikeit nach dem Hochschulabschluß war es die Schere, die sie vorwiegend benutzte, um Scherenschnitte aus zumeist schwarzem Papier  zu fertigen.  „Der Scherenschnitt“, so Regina Gebhard, “ mag vielleicht etwas altmodisch , biedermeierlich daherkommen, er verlangt jedoch einerseits  einen genauen konstruktiven Plan zusammenhängender Flächen und läßt andererseits  liebenswerte und heitere Szenen unseres Lebens gestalten.“ Ihr erster Auftraggeber – sie war immer freiberuflich tätig – war das Fernsehen der DDR. Es entstanden viele Bildergeschichten für das Kinderfernsehen. Außerdem arbeitete sie für die ABC-Zeitung und einige Verlage. Im Laufe der Jahre hat sie viele Skizzenbücher gefüllt. Es sind  Notierungen vor Ort, also Blumen, die Katze, liebe Menschen sowie Landschaften und Architekturen auf Reisen. Sie bildeten auch Anregungen und Vorlagen  für Sherenschnitte.

Ein neues Betätigungsfeld für die Schere  entdeckte sie  im Rentenalter: die Collage. Sie bietet ihr ein weites Feld von Möglichkeiten Fragen, Befürchtungen und Hoffnungen zur Zeit bildhaft zu gestalten. Es gab dafür keinen Auftraggeber. Sie konnte  wiederum die Schere benutzen, um die Bilderflut der Zeitschriften zu zerlegen und neu zu ordnen. Absichten wie Aussagen konnte sie durch die Techniken der Montage , die Verfremdung, durch Details anders interpretieren. Das Collagieren wurde für sie eine freudvolle, medidative Tätigkeit an den Dingen des Alltags, wie an den Elementen der Welt: Feuer, Wasser, Luft und Erde.  Zu ihrem achtzigsten Geburtstag zeigte eine Personalausstellung im kommunalen Kulturhaus „alte feuerwache“in Friedrichshain u.a.  eine größere Zahl von Collagen. Eine weitere Ausstelung brachte sie mit jüngeren Kolleginnen in einer Collagen-Ausstellung der Insel-Galerie in Berlin Mitte zusammen.